Was ist die Abfindung und wie viel steht dir 2026 zu

Vollständiger Leitfaden zur Abfindung: welche Bestandteile enthalten sind, wie die Entschädigung je nach Kündigungsart berechnet wird und was du tun kannst, wenn du mit der Höhe nicht einverstanden bist.

abfindungkuendigungarbeit

Die Abfindung ist eines der wichtigsten Dokumente, die du in deinem Berufsleben unterschreibst, aber sie gehört auch zu den am wenigsten verstandenen. Viele Arbeitnehmer unterschreiben sie, ohne genau zu wissen, was ihnen gezahlt wird oder ob die Summe korrekt ist. Dieser Leitfaden erklärt alles, was du wissen musst.

Was ist die Abfindung genau?

Die Abfindung ist die wirtschaftliche Endabrechnung, die das Unternehmen an den Arbeitnehmer zahlen muss, wenn das Arbeitsverhältnis beendet wird, unabhängig vom Grund: Kündigung, Eigenkündigung, Ende eines befristeten Vertrags oder Ruhestand.

Sie ist nicht nur die Entschädigung für die Kündigung. Die Abfindung umfasst alle offenen wirtschaftlichen Posten zum Zeitpunkt der Vertragsbeendigung:

  • Gehalt für die seit der letzten Lohnabrechnung gearbeiteten Tage
  • nicht genommene Urlaubstage
  • anteilig noch nicht ausgezahlte Sonderzahlungen
  • Entschädigung bei Kündigung (wenn sie zutrifft)

Wann fällt Entschädigung an und wie hoch ist sie?

Entschädigung ist nicht immer Teil der Abfindung. Es hängt von der Art der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ab:

Beendigungsart Entschädigung
Unrechtmäßige Kündigung 33 Tage/Jahr (max. 24 Monatsgehälter)
Rechtmäßige Kündigung entfällt
Ende eines befristeten Vertrags 12 Tage/Jahr
Eigenkündigung entfällt
Einvernehmliche Trennung wie vereinbart

Wichtig: Für vor Februar 2012 geschlossene Verträge werden die davor liegenden Jahre mit 45 Tagen/Jahr berechnet, bis maximal 42 Monatsgehälter.

Was ist das Gehalt für offene Tage?

Wenn du am 20. des Monats gekündigt wirst, hast du 20 Tage gearbeitet, die noch nicht bezahlt wurden, weil die Lohnabrechnung noch nicht erstellt wurde. Diese Tage müssen in der Abfindung enthalten sein.

Die Formel lautet:

Tagesgehalt = Bruttomonatsgehalt ÷ 30 Offener Betrag = Tagesgehalt × gearbeitete Tage seit der letzten Abrechnung

Nicht genommene Urlaubstage

Für jedes gearbeitete Jahr stehen dir 30 Kalendertage Urlaub zu (oder die in deinem Tarifvertrag günstigere Zahl). Wenn du bei Kündigung noch nicht alle Urlaubstage des laufenden Jahres genommen hast, muss das Unternehmen diese Tage auszahlen.

Die Berechnung lautet:

Offene Urlaubstage = (Jahresurlaubstage ÷ 365) × gearbeitete Tage im Jahr

Beispiel: Wenn du 180 Tage des Jahres gearbeitet hast und dir 30 Urlaubstage zustehen:

(30 ÷ 365) × 180 = 14,79 offene Tage, die ausgezahlt werden müssen

Der Tagessatz entspricht deinem brutto Tagesgehalt (Bruttomonatsgehalt ÷ 30).

Wird die Abfindung in der IRPF besteuert?

Ja, aber nicht alles gleich:

  • offenes Gehalt, Urlaub und Sonderzahlungen: werden als normale Arbeitseinkommen versteuert
  • gesetzliche Mindestentschädigung bei unrechtmäßiger Kündigung: ist bis zur gesetzlich festgelegten Grenze steuerfrei (33 Tage/Jahr bis maximal 180.000 €). Der darüber hinausgehende Betrag ist steuerpflichtig.

Kann ich die Abfindung ablehnen oder mit "kein Einverständnis" unterschreiben?

Du hast das Recht, sie nicht zu unterschreiben, wenn du glaubst, dass die Summe falsch ist. Das Unternehmen kann sie gerichtlich hinterlegen, aber das hindert dich nicht daran, später zu klagen.

Du kannst sie auch mit "kein Einverständnis" neben deiner Unterschrift versehen. Das ist sehr wichtig: In Spanien kann das Unterzeichnen ohne Vorbehalt als Verzicht auf zukünftige Ansprüche ausgelegt werden. Mit "kein Einverständnis" bleibst du geschützt.

Wie lange hat das Unternehmen Zeit zu zahlen?

Die Abfindung muss bei Vertragsbeendigung oder spätestens am nächsten Tag bezahlt werden. Wenn das Unternehmen sich verspätet, kannst du Verzugszinsen verlangen. Wenn es überhaupt nicht zahlt, kannst du den Dienst für Mediation, Schlichtung und Schiedsgerichtsbarkeit (SMAC) oder das Arbeitsgericht einschalten.

Berechne deine Abfindung jetzt

Warte nicht darauf, dass das Unternehmen dir sagt, was dir zusteht. Nutze unseren Abfindungsrechner, um vor dem Gespräch mit der Personalabteilung eine Schätzung zu erhalten. Informiert zu sein, macht den Unterschied.