TIN und TAE: was sie sind und warum TAE wirklich zählt

Unterschied zwischen TIN und TAE einfach erklärt: wie hoch die tatsächlichen Kosten eines Kredits oder einer Hypothek sind und warum du immer mit TAE vergleichen solltest.

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Wenn du einen Kredit oder eine Hypothek beantragst, bietet dir die Bank zwei Prozentsätze an: TIN und TAE. Der erste ist meistens kleiner und taucht häufiger in der Werbung auf. Der zweite zeigt dir wirklich, wie teuer das Geld wird. Hier erfährst du warum.

Was ist TIN?

TIN (Nominaler Zinssatz) ist der reine Zinssatz, den die Bank für das Verleihen von Geld berechnet, ausgedrückt auf Jahresbasis.

Wenn die Bank sagt „Kredit zu 6 % TIN“, bedeutet das, dass du pro Jahr 6 % auf den ausstehenden Kapitalbetrag als Zinsen zahlst. Das ist alles – nichts weiter.

Das Problem beim TIN ist, dass er nichts anderes einschließt. Er enthält nicht die Bearbeitungsgebühr, die obligatorische Lebensversicherung, die Kontoführungsgebühr oder sonstige kreditbezogene Kosten.

Was ist TAE?

TAE (Jahresprozentsatz) ist die standardisierte Kennzahl, die die tatsächlichen Gesamtkosten des Kredits als jährlichen Prozentsatz abbildet.

TAE umfasst:

  • TIN (reine Zinsen)
  • Eröffnungs-, Prüfungs- oder Kündigungsgebühren
  • die Zahlungsfrequenz (monatlich, vierteljährlich usw.)
  • alle obligatorischen Kosten zur Kreditaufnahme

TAE enthält nicht optionale Kosten wie freiwillige Versicherungen, Notar- oder Schätzgebühren.

Warum ist TAE immer höher als TIN?

Weil TAE alles einbezieht. Ein Kredit mit 6 % TIN und einer Eröffnungsgebühr von 1 % hat einen TAE, der deutlich über 6 % liegt.

Beispiel:

  • Kreditbetrag: 10.000 €
  • Laufzeit: 24 Monate
  • TIN: 6 %
  • Eröffnungsgebühr: 200 € (2 %)
  • TIN: 6 % | TAE: ~9,2 %

Der Unterschied kann je nach Produkt sehr groß sein.

Die goldene Regel: vergleiche immer mit TAE

Das spanische Gesetz verpflichtet Banken, den TAE in ihrer Werbung anzugeben. Dies ist die einzige Kennzahl, mit der du zwei verschiedene Kredite fair vergleichen kannst, weil:

  • Ein Kredit mit 5 % TIN und 3 % Gebühr kann teurer sein als ein Kredit mit 6 % TIN und 0 % Gebühren
  • TIN zeigt nur einen Teil der Kosten; TAE zeigt die jährlichen Gesamtkosten

Praktischer Tipp: Sortiere Vergleichsangebote immer nach TAE, nicht nach TIN. Die Bank, die beim TIN am günstigsten wirkt, kann beim echten Preis die teuerste sein.

Ist TAE immer genau?

Nicht ganz. TAE geht davon aus, dass:

  1. du den Kredit bis zum Ende behältst (ohne vorzeitige Rückzahlung)
  2. der Zinssatz sich nicht ändert (wichtig bei variablen Hypotheken: TAE ist dann nur eine Schätzung auf Basis des aktuellen Euribor)

Bei variablen Hypotheken kann der von der Bank angegebene TAE innerhalb weniger Monate veraltet sein. Deshalb zeigen variable Hypotheken oft den variablen TAE, der mit dem aktuellen Euribor + Marge berechnet wird.

TIN vs TAE bei Hypotheken

Bei Hypotheken ist der Unterschied zwischen TIN und TAE in der Regel geringer als bei Konsumentenkrediten, weil Eröffnungskosten seit dem Hypothekengesetz von 2019 stärker reguliert sind. Trotzdem bleibt TAE die richtige Referenz für den Vergleich:

Bank TIN TAE
Bank A 3,50 % 3,72 %
Bank B 3,30 % 4,15 %

In diesem Beispiel hat Bank B einen niedrigeren TIN, ist aber in realen Kosten teurer.

Und was ist TAEA?

Bei Sparprodukten wie Festgeldern oder verzinsten Konten siehst du manchmal den TAEA (Jahreszins). Das ist dasselbe Konzept auf der Seite des Sparers: wie viel dein Geld tatsächlich in einem Jahr einbringt, inklusive Zinseszins.

Berechne die tatsächlichen Kosten deines Kredits

Jetzt, wo du den Unterschied zwischen TIN und TAE kennst, nutze unseren Kreditrechner, um die monatliche Rate und die Gesamtkosten für jeden Kredit zu simulieren, oder unseren Hypothekenrechner, um die Rate und die vollständige Tilgungstabelle zu berechnen.