"Ich spare für die Anzahlung einer Wohnung", "ich will einen Notgroschen aufbauen", "ich brauche 3.000 € für eine Reise im nächsten Jahr". Das sind sehr verbreitete Ziele, aber die meisten Menschen verfolgen sie, indem sie jeden Monat sparen, "was übrig bleibt", ohne zu wissen, ob dieser Betrag ausreicht — oder ob sie unnötig mehr zurücklegen, als nötig wäre. Es gibt einen viel präziseren Weg, das Problem anzugehen.
Das Problem beim Sparen von "was übrig bleibt"
Ohne eine konkrete Zahl im Kopf zu sparen, birgt zwei entgegengesetzte Risiken: zu wenig zu sparen und das Ziel nicht rechtzeitig zu erreichen, oder zu vorsichtig zu sein und Geld ungenutzt liegen zu lassen, das man hätte investieren oder früher genießen können. Die Lösung besteht darin, die Frage umzudrehen: Statt zu fragen "wie viel bleibt mir übrig?", fragen Sie sich "wie viel muss ich genau einzahlen?"
Die Formel für Ihre erforderliche monatliche Sparrate
Wenn Sie bereits etwas Kapital gespart haben und wissen möchten, wie viel Sie monatlich einzahlen müssen, um ein Ziel innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu erreichen, lautet die Formel:
Monatliche Sparrate = (Ziel − aufgezinstes Anfangskapital) ÷ Rentenbarwertfaktor
Dabei ist das aufgezinste Anfangskapital das, was Ihr aktuelles Geld allein wird, ohne weitere Einzahlungen, dank der Rendite, die Sie über diesen Zeitraum erzielen. Das klingt komplex, aber in der Praxis brauchen Sie nur vier Angaben: Ihr Ziel, Ihr Anfangskapital, den Zeitraum und die erwartete Rendite.
Ein praktisches Beispiel
Angenommen, Sie möchten in 10 Jahren 20.000 € ansparen, ausgehend von null, mit einer jährlichen Rendite von 3%:
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Ziel | 20.000 € |
| Anfangskapital | 0 € |
| Zeitraum | 10 Jahre |
| Jährliche Rendite | 3% |
| Erforderliche monatliche Sparrate | ~143 € |
Von diesen finalen 20.000 € kommen etwa 17.175 € aus Ihrer eigenen Tasche, der Rest — über 2.800 € — stammt aus der erzielten Rendite. Je höher die Rendite oder je länger der Zeitraum, desto kleiner ist der Anteil, den Sie selbst einzahlen müssen.
Warum ein früherer Start den monatlichen Aufwand so stark senkt
Der Zinseszins ist nicht linear: Eine Verdopplung des Zeitraums verdoppelt nicht nur die erzielte Rendite, sie vervielfacht sie. Wenn Sie im obigen Beispiel den Zeitraum von 10 auf 20 Jahre verlängern und dabei dasselbe Ziel von 20.000 € beibehalten, sinkt die erforderliche monatliche Sparrate nicht auf die Hälfte, sondern viel stärker — weil das Geld doppelt so lange Zeit hat, sich selbst zu vermehren. Ein Jahr früher anzufangen senkt den monatlichen Aufwand fast immer stärker, als es auf den ersten Blick scheint.
Welche Rendite je nach Sparform verwenden
Das Ergebnis hängt vollständig von der eingegebenen Rendite ab, wählen Sie also eine realistische Zahl für das Produkt, in dem Sie das Geld tatsächlich anlegen werden:
- Sparkonto oder Festgeld: 0-3% pro Jahr, mit praktisch keinem Risiko.
- Diversifiziertes Anlageportfolio (Indexfonds, ETFs): kann langfristig mehr abwerfen, aber mit kurzfristigen Wertschwankungen, die ungeeignet sind, wenn Sie das Geld zu einem festen, nahen Termin benötigen.
Als Faustregel gilt: Je kürzer der Zeitraum ist oder je wichtiger es ist, das Geld genau dann zur Verfügung zu haben, wenn Sie es brauchen (etwa die Anzahlung für eine Immobilie), desto weniger Sinn ergibt es, das Marktrisiko einzugehen.
Der Fehler, den Plan nie zu überprüfen
Eine heute berechnete monatliche Sparrate geht davon aus, dass Sie sie über den gesamten Zeitraum konstant halten. Ändert sich Ihre Situation — eine Gehaltserhöhung, eine unerwartete Ausgabe, eine Rendite, die deutlich von der Annahme abweicht —, lohnt sich eine Neuberechnung. Das ist kein Plan, den man einmal erstellt und dann vergisst, sondern eine Referenz, die man mindestens einmal im Jahr überprüfen sollte.
Berechnen Sie Ihre genaue monatliche Sparrate
Statt über den Daumen zu schätzen, nutzen Sie unseren Sparziel-Rechner mit Ihren eigenen Zahlen: Ihr Ziel, was Sie bereits gespart haben, den Zeitraum und die erwartete Rendite. In Sekunden wissen Sie genau, wie viel Sie monatlich einzahlen müssen.