Autónomo societario vs. Einzelselbstständiger

Unterschiede zwischen Einzelselbstständigem und autónomo societario (über eine Gesellschaft) in Spanien: Besteuerung, Beitragszahlung und Haftung.

autonomosteuernspanien

Wächst ein Geschäft, stellt sich häufig die Frage, ob es sich lohnt, weiterhin als Einzelselbstständiger (autónomo persona física) zu arbeiten, oder den Schritt zur Gründung einer Gesellschaft zu wagen. Die Entscheidung hat steuerliche, beitragsrechtliche und haftungsrechtliche Folgen, die man vor der Entscheidung verstehen sollte.

Was der autónomo societario ist

Das ist die Person, die sich beim RETA (Régimen Especial de Trabajadores Autónomos, dem Sondersystem für Selbstständige) aufgrund ihrer Stellung als Geschäftsführer oder Gesellschafter mit bestimmtem Beteiligungs- und Kontrollniveau an einer Handelsgesellschaft anmeldet – im Gegensatz zum "klassischen" Selbstständigen, der direkt als natürliche Person ohne zwischengeschaltete Gesellschaft tätig ist.

Der Unterschied bei der Vermögenshaftung

Das ist für viele der Hauptgrund, eine Gesellschaft zu gründen: Während der Einzelselbstständige für die Schulden seiner Tätigkeit mit seinem gesamten persönlichen Vermögen haftet (mit bestimmten teilweisen Schutzmaßnahmen für die Hauptwohnung unter gewissen Voraussetzungen), beschränkt eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung die Haftung grundsätzlich auf das in die Gesellschaft eingebrachte Vermögen und schützt so das persönliche Vermögen des Gesellschafters stärker vor Geschäftsschulden.

Unterschiede bei der Besteuerung

  • Einzelselbstständiger: zahlt IRPF (Einkommensteuer) nach einer progressiven Skala, die mit steigendem Gewinn hohe Grenzsteuersätze erreichen kann.
  • Gesellschaft: zahlt Körperschaftsteuer (Impuesto de Sociedades), in der Regel zu einem festen Satz (mit ermäßigten Sätzen in bestimmten Fällen, etwa für neu gegründete Unternehmen in den ersten gewinnbringenden Geschäftsjahren), unabhängig von der Gewinnhöhe, was ab bestimmten Gewinnniveaus steuerlich effizienter sein kann.

Der genaue steuerliche Vergleich hängt von mehreren Faktoren ab (Gewinnhöhe, Notwendigkeit, Geld aus der Gesellschaft zu entnehmen, autonome Region), weshalb sich vor der Entscheidung immer eine individuelle Analyse mit einem Steuerberater lohnt.

Unterschiede bei den Sozialversicherungsbeiträgen

Der autónomo societario unterliegt spezifischen Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen, die in der Regel höher sind als jene, die ein Einzelselbstständiger mit niedrigen Einkünften anwenden könnte, da die Vorschriften es Geschäftsführern von Gesellschaften nicht erlauben, die reduzierten Beitragsstufen zu nutzen, die für Selbstständige mit niedrigen Nettoeinkünften gedacht sind.

Kosten der Gründung und des Unterhalts einer Gesellschaft

Die Gründung einer Gesellschaft bringt anfängliche Kosten mit sich (Notar, Handelsregister) sowie laufende Verwaltungskosten (verpflichtende Handelsbuchhaltung, komplexer als bei einem Einzelselbstständigen, sowie Pflichten zur Hinterlegung des Jahresabschlusses), die berücksichtigt werden müssen, wenn man bewertet, ob sich der Wechsel für den eigenen Tätigkeitsumfang wirklich lohnt.

Wann der Wechsel meist infrage kommt

Der Wechsel vom Einzelselbstständigen zur Gesellschaft wird meist in Betracht gezogen, wenn das Gewinnniveau bereits hoch genug ist, damit der steuerliche Unterschied die zusätzlichen Verwaltungskosten ausgleicht, oder wenn der Schutz des persönlichen Vermögens vor Geschäftsrisiken zur Priorität wird, zum Beispiel bei der Übernahme umfangreicherer finanzieller Verpflichtungen.

Vergleiche deine aktuelle Steuerlast

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