Unbefristeter vs. befristeter Vertrag in Spanien

Unterschiede zwischen unbefristetem und befristetem Arbeitsvertrag in Spanien, wann ein befristeter Vertrag rechtens ist, und Abfindung bei Beendigung.

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Nach der Arbeitsmarktreform, die den Einsatz befristeter Verträge in Spanien deutlich eingeschränkt hat, ist es für Arbeitnehmer wichtiger denn je zu verstehen, worin der reale Unterschied zwischen beiden Vertragsarten besteht – und vor allem, wann ein befristeter Vertrag (contrato temporal) rechtlich zulässig ist und wann nicht.

Was ein unbefristeter Vertrag ist

Der unbefristete Vertrag (contrato indefinido) ist die allgemeine Beschäftigungsform in Spanien: Er hat kein im Voraus vereinbartes Enddatum, und seine Beendigung kann nur aus gesetzlich vorgesehenen Gründen erfolgen (Kündigung mit gerechtfertigtem Grund, Eigenkündigung des Arbeitnehmers, Renteneintritt oder andere geregelte Beendigungsgründe) – nicht durch den bloßen Ablauf einer Frist.

Was ein befristeter Vertrag ist und wann er rechtmäßig ist

Nach der Arbeitsmarktreform wurde der befristete Vertrag (contrato temporal) in Spanien grundsätzlich auf zwei genau festgelegte Gründe beschränkt:

  • Vertrag wegen Produktionsumständen: für einen gelegentlichen und nicht vorhersehbaren Anstieg der Tätigkeit, oder für gelegentliche und vorhersehbare Situationen von kurzer, begrenzter Dauer (mit Höchstdauer und einer begrenzten Anzahl an Nutzungen pro Jahr für die zweite Variante).
  • Vertretungsvertrag: um einen Arbeitnehmer mit Anspruch auf Rückkehrrecht zu vertreten (zum Beispiel während einer Krankschreibung oder einer Beurlaubung), oder um eine Stelle vorübergehend während eines Auswahlverfahrens zu besetzen.

Außerhalb dieser genau festgelegten Gründe gilt grundsätzlich, dass eine Anstellung unbefristet sein muss. Ein "befristeter" Vertrag, der ohne das tatsächliche Vorliegen eines dieser Gründe unterschrieben wird, kann als betrügerisch eingestuft werden, mit der Folge, dass der Vertrag von Anfang an als unbefristet vermutet wird.

Abfindung bei Beendigung jeder Vertragsart

Beendigungsart Abfindung
Ende eines befristeten Vertrags (rechtmäßiger Grund, keine Kündigung) 12 Tage Gehalt pro Beschäftigungsjahr
Unrechtmäßige Kündigung (unbefristet oder befristet) 33 Tage/Jahr (max. 24 Monatsgehälter)
Rechtmäßige Kündigung Keine Abfindung
Eigenkündigung Keine Abfindung

Wichtig: Stellt sich heraus, dass ein "befristeter" Vertrag betrügerisch war, wird seine Beendigung nicht wie ein einfaches Vertragsende mit 12 Tagen pro Jahr behandelt, sondern potenziell wie eine Kündigung, mit der entsprechenden Abfindung, falls diese als unrechtmäßig eingestuft wird.

Der fijo-discontinuo-Vertrag: eine Zwischenform

Es gibt außerdem den sogenannten "fijo-discontinuo"-Vertrag, gedacht für saisonale oder unterbrochene Tätigkeiten (zum Beispiel Tourismussaisons). Er ist seiner Natur nach unbefristet (kein Enddatum), beinhaltet aber Phasen der Aktivität und Inaktivität im Laufe des Jahres, mit regelmäßigen Einberufungen je nach Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

Was tun, wenn du vermutest, dass dein befristeter Vertrag betrügerisch ist

Wenn du der Ansicht bist, dass dein befristeter Vertrag tatsächlich keinem der gesetzlich festgelegten Gründe entspricht, kannst du die Anerkennung deines Status als unbefristeter Arbeitnehmer verlangen. Das hat direkte Auswirkungen auf die Abfindung, die dir bei einer zukünftigen Vertragsbeendigung zustehen würde.

Schätze deine Abfindung

Unser Abfindungsrechner hilft dir, eine Schätzung der Abfindung zu berechnen, die dir je nach Beendigungsart deines Vertrags und deiner Betriebszugehörigkeit zustehen würde.