Probezeit in Spanien: Rechte und Kündigung während ihr

Maximale Dauer der Probezeit laut Tarifvertrag, welche Rechte du während dieser Zeit hast, und welche Abfindung bei Kündigung während der Probezeit gilt.

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Die Probezeit (periodo de prueba) wirft viele berechtigte Fragen auf: Habe ich dieselben Rechte wie ein Arbeitnehmer, der die Probezeit bereits bestanden hat? Was passiert, wenn ich während dieser Zeit gekündigt werde? Wer genau versteht, was diese Anfangsphase des Vertrags bedeutet, vermeidet unangenehme Überraschungen.

Was die Probezeit ist

Die Probezeit ist eine anfängliche Phase des Arbeitsverhältnisses, ausdrücklich schriftlich im Vertrag vereinbart, während der sowohl das Unternehmen als auch der Arbeitnehmer entscheiden können, das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen zu beenden, und in der Regel ohne Anspruch auf Abfindung.

Maximale Dauer der Probezeit

Die Höchstdauer wird nicht durch eine einzige allgemeine Norm festgelegt, sondern hängt vor allem davon ab, was der für deine Tätigkeit geltende Tarifvertrag (convenio colectivo) vorsieht. Fehlt eine konkrete Regelung im Tarifvertrag, legt das spanische Arbeitnehmerstatut (Estatuto de los Trabajadores) subsidiäre Obergrenzen fest: in der Regel bis zu 6 Monate für qualifizierte Fachkräfte und bis zu 2 Monate für die übrigen Arbeitnehmer (3 Monate in Unternehmen mit weniger als 25 Beschäftigten). Es lohnt sich aber immer, den konkreten Tarifvertrag zu prüfen, da dieser abweichende Fristen festlegen kann, sowohl längere als auch kürzere als diese subsidiären Grenzen.

Deine Rechte während der Probezeit

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass ein Arbeitnehmer während der Probezeit weniger arbeitsrechtliche Rechte hat als die übrige Belegschaft. Das stimmt nicht: Während der Probezeit hat der Arbeitnehmer dieselben Rechte und Pflichten, die der auszuübenden Stelle entsprechen, so als wäre er bereits fest im Unternehmen angestellt – mit der einzigen Ausnahme, dass das Arbeitsverhältnis während dieser Zeit von beiden Seiten frei beendet werden kann.

Was passiert, wenn du während der Probezeit gekündigt wirst

Entscheidet das Unternehmen, das Arbeitsverhältnis während der Probezeit zu beenden, gilt dies technisch nicht als "Kündigung" im engeren Sinne, sondern als Rücktritt während der Probezeit, der grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfindung begründet. Zu zahlen ist trotzdem die Abfindung (finiquito) für die bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen offenen Posten (Gehalt für die gearbeiteten Tage, anteiliger nicht genommener Urlaub und anteilige Sonderzahlungen, falls zutreffend).

Ausnahmen: Wann es doch Konsequenzen für das Unternehmen geben kann

Obwohl die allgemeine Regel die freie, grundlose Beendigung während der Probezeit ist, gibt es Grenzen: Beruht die Beendigung tatsächlich auf einem diskriminierenden Motiv (zum Beispiel im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Gewerkschaftszugehörigkeit oder einem anderen gesetzlich geschützten Diskriminierungsgrund), kann sie angefochten und für nichtig erklärt werden – unabhängig davon, dass sie formal während der Probezeit erfolgte.

Auch du kannst den Vertrag ohne Kündigungsfrist beenden

Die freie Beendigung während der Probezeit gilt in beide Richtungen: Als Arbeitnehmer kannst du die Stelle während dieser Zeit ebenfalls verlassen, ohne eine Kündigungsfrist einhalten zu müssen (es sei denn, der Tarifvertrag sieht ausdrücklich eine vor) – anders als bei einer Eigenkündigung außerhalb der Probezeit, wo in der Regel eine Frist verlangt wird.

Prüfe deine Abfindung zum Ende der Probezeit

Auch wenn keine Abfindung im engeren Sinne anfällt, hast du Anspruch auf die Abfindung (finiquito) für die bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen offenen Posten. Unser Abfindungsrechner hilft dir, diesen ungefähren Betrag zu schätzen.