Was ist eToro? Funktionsweise, Kosten und Risiken

eToro ohne Hype: was du kaufen kannst, was es wirklich kostet, wie CopyTrader funktioniert, was mit Steuern ist und welche Risiken du kennen musst.

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Falls du schon mal Werbung gesehen hast, die dir sagt, du sollst „die besten Investoren kopieren“: Das war eToro. Es ist wahrscheinlich der bekannteste Broker unter jungen Leuten, die mit dem Investieren anfangen, und gleichzeitig einer der am meisten missverstandenen.

Ich habe ihn selbst genutzt (vor allem, um Copytrading auszuprobieren), also erzähle ich dir, was eToro ist, wofür es taugt und vor allem, worauf du achten solltest, bevor du auch nur einen Euro einzahlst.

Transparenz: Einige Links in diesem Artikel sind Empfehlungslinks. Wenn du dich darüber anmeldest und anfängst zu investieren, bekomme ich von eToro eine kleine Prämie (dich kostet es nichts extra, einen Bonus bekommst du dadurch aber auch nicht). An meiner Meinung ändert das nichts, wie du gleich siehst.

eToro in zwei Sätzen

eToro ist eine Investmentplattform, 2007 in Israel gegründet, die einen normalen Broker (Aktien, ETFs, Krypto) mit einer Art sozialem Netzwerk kombiniert: Du siehst, was andere Anleger machen, kommentierst und kannst ihre Portfolios automatisch kopieren. Seit 2025 ist eToro an der Nasdaq notiert und arbeitet in Europa über seine zypriotische Tochter, die von der CySEC reguliert wird.

Was du kaufen kannst

  • Echte Aktien und ETFs. Ohne Hebel gekauft gehören die Aktien dir (verwahrt von eToro in deinem Namen).
  • Kryptowährungen. Bitcoin, Ethereum und Co.
  • CFDs. Hier ist der Haken. Ein CFD ist kein Kauf des Basiswerts, sondern ein Vertrag, mit dem du auf steigende oder fallende Kurse wettest, meist mit Hebel. Wer short geht oder einen Hebel nutzt, ist im CFD-Bereich, auch wenn der Bildschirm gleich aussieht.
  • CopyTrader. Du weist einem anderen Nutzer Geld zu und dein Konto bildet seine Trades anteilig nach.
  • Smart Portfolios. Themenportfolios, die eToro verwaltet (Tech, erneuerbare Energien usw.).

Was es wirklich kostet

eToro wirbt mit „provisionsfrei“, aber das heißt nicht kostenlos:

  • Spread: die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Den zahlst du immer, auch wenn er nicht als Gebühr auftaucht.
  • Währungsumrechnung: Das Konto lief historisch in US-Dollar. Zahlst du Euro ein, zahlst du für die Umrechnung (und beim Abheben nochmal).
  • Auszahlungsgebühr: Geld abheben kostet eine feste Gebühr pro Auszahlung.
  • Inaktivitätsgebühr: Wenn du dich lange nicht einloggst, wird eine monatliche Gebühr fällig.
  • Übernachtgebühren: nur bei CFD-/Hebelpositionen, aber sie fressen die Rendite sehr schnell auf.

Die Zahlen ändern sich oft, also schau vor der Anmeldung in die aktuelle Gebührentabelle auf der Website. Und wenn du sehen willst, was 1 % mehr Kosten pro Jahr über 30 Jahre mit deinem Geld macht, probier den Fondskosten-Rechner aus.

Das Gute

  • Sehr einfach zu bedienen. Das Konto ist schnell eröffnet und die App ist intuitiv.
  • Du kannst Bruchteile von Aktien mit wenig Geld kaufen.
  • CopyTrader ist eine spannende Art, zu sehen, wie andere wirklich investieren.
  • Reguliert in Europa, und bei einer Pleite greift der zypriotische Anlegerentschädigungsfonds (mit Obergrenzen).

Das weniger Gute

  • Wie leicht man Blödsinn macht. Zwei Klicks und du tradest gehebelte CFDs. eToro warnt selbst, dass die meisten Privatkundenkonten mit CFDs Geld verlieren.
  • Währungs- und Auszahlungskosten summieren sich, wenn du monatlich kleine Beträge einzahlst.
  • Der Social-Teil macht süchtig. Jemanden mit +80 % in diesem Jahr zu sehen, macht Lust, sofort einzusteigen. Genau das macht aus Investieren Trading.
  • Nicht ideal als langfristiger Index-Kern. Je nach Land gibt es steuerlich begünstigte Konten oder Sparpläne, die eToro nicht bietet.

Steuern

eToro erledigt keine Steuererklärung für dich: In den meisten Ländern musst du Gewinne, Verluste, Dividenden und Copytrading-Erträge selbst angeben. Auf der Plattform kannst du dir einen Jahresbericht herunterladen, der dabei hilft. Die steuerliche Behandlung hängt komplett von deinem Wohnsitzland ab, also informiere dich über die Regeln dort (oder frag eine Steuerberatung), bevor du startest.

Also, Konto eröffnen?

Wenn du langfristig ohne Hebel in Aktien oder ETFs investieren oder mit einem kleinen Teil deines Geldes Copytrading ausprobieren willst, kann es passen. Für den Kern deiner Altersvorsorge würde ich bei günstigen Indexfonds und automatischen Sparraten bleiben.

Wenn du es nach all dem ausprobieren willst, kannst du dich mit meinem Link bei eToro anmelden. Mein Tipp: ohne Hebel starten, mit wenig Geld, und Finger weg von CFDs, bis du wirklich verstehst, wie sie funktionieren (oder einfach nie).

CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit einem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Ein erheblicher Teil der Konten von Privatanlegern verliert beim CFD-Handel Geld. Überlege, ob du verstehst, wie CFDs funktionieren, und ob du es dir leisten kannst, dieses Risiko einzugehen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse. Dies ist keine Finanzberatung.